Handlungsanleitung zur Umsetzung des Produktsicherheitsverordnung: Ihre nächsten Schritte
Lesen Sie hier, wie Sie die neuen gesetzlichen Anforderungen zielgerichtet erfüllen können.

1. Betroffenheit prüfen
Die Produktsicherheitsverordnung gilt für alle Verbraucherprodukte, die auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden – unabhängig davon, ob sie online oder offline vertrieben werden. Sie ergänzt bestehende sektorale Produktsicherheitsvorschriften. Unternehmen müssen prüfen, ob ihre Produkte in den Anwendungsbereich der Produktsicherheitsverordnung fallen und ob gegebenenfalls spezielle produktsicherheitsrechtliche EU-Regelungen gelten.

2. Rolle klären
Der zentrale Wirtschaftsakteur der Produktsicherheitsverordnung ist der Hersteller. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Produkte die Anforderungen der Produktsicherheitsverordnung erfüllen. Aber auch Bevollmächtigte, Händler, Einführer, Fulfillment-Dienstleister und Online-Marktplätze haben definierte Pflichten. Zur Bestimmung der konkreten produktsicherheitsrechtlichen Pflichten müssen Unternehmen ihre Rolle(n) in der Lieferkette bestimmen.

3. Anforderungen umsetzen
Die Produktsicherheitsverordnung verpflichtet Hersteller von Verbraucherprodukten, bestimmte Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Hersteller trifft hierbei der umfangreichste Pflichtenkatalog: Sie müssen unter anderem eine Risikoanalyse und ein Konformitätsbewertungsverfahren durchführen sowie Produktkennzeichnungen anbringen. Die anderen Wirtschaftsakteure der Lieferkette müssen in erster Linie Prüf-, Überwachungs- und Dokumentationspflichten beachten. Durch eine Analyse und anschließende Eingrenzung der einschlägigen Anforderungen, sowie ein Assessment der Produkte können Wirtschaftsakteure die Konformität ihrer Produkte ermitteln und gegebenenfalls frühzeitig Handlungsbedarf erkennen.

4. Monitoring
Auf Grund des fortwährenden Wandels der Rechtslage und der Weiterentwicklung von Produkten können sich die Anforderungen an Produkte schnell ändern. Wirtschaftsakteure sollten die rechtlichen Entwicklungen überwachen, um frühzeitig auf relevante Gesetzesänderungen reagieren zu können. Durch die Berücksichtigung der aktuellen produktsicherheitsrechtlichen Anforderungen bei der Produktentwicklung und die Anpassung von bestehenden Compliance Management Prozessen gewährleisten Wirtschaftsakteure langfristig die Konformität ihrer Produkte und vermeiden im Idealfall Korrekturmaßnahmen wie Produktrückrufe.